Wie ein Familienbetrieb die Pandemie-Zeit optimal genutzt hat...

...um aus einer kleinen Idee einen großen großen Erfolg zu machen.


Fröhlichs Wirtshaus in Großweil ist ein bayerisches Wirtshaus, wie es viele hier in unserer Region gibt: gute, regionale Küche, gemütliche Stube, schattiger Biergarten. Die Gäste: eine bunte Mischung aus Einheimischen, Touristen und Ausflüglern. Besonders willkommen waren schon immer Gäste mit Kindern – Familienfreundlichkeit wird hier großgeschrieben. Beni und Uschi Fröhlich, die Wirtsleute, haben selbst drei Kinder, und die Familie steht im Mittelpunkt des Betriebs.



Doch ab November 2020 ist es still geworden in diesem sonst so lebhaften Wirtshaus.

Wie alle anderen Gaststätten befindet sich auch Fröhlichs Wirtshaus im zweiten Corona-Lockdown. Die Fröhlichs sind aufgeschlossene Wirtsleute, man fühlt sich hier immer warmherzig willkommen. Doch ohne Gäste ist das Wirtshaus leer. Die Stube ist kalt – es sind ja keine Gäste da. Die Stimmung ist am Boden.

Zwar haben die Fröhlichs gut gewirtschaftet in den letzten Jahren und kommen einigermaßen über die Runden, indem sie ihre Gerichte zum Abholen anbieten. Aber auf Dauer kann das allein nicht die Lösung sein.


Als die Schließungen Anfang des Jahres 2021 immer wieder verlängert werden, können sich die Wirtsleute nicht länger damit abfinden, einfach so weiterzumachen wie bisher. Die Unplanbarkeit schlägt aufs Gemüt und sie fragen sich: „Wann können wir wieder planen, wann wieder öffnen? Und wenn ja, für wie lange, bevor der nächste Lockdown kommt?“


Doch Beni und Uschi sind keine Menschen, die lange Trübsal blasen. Sie packen an, wenn sie unzufrieden sind. Treiben Veränderungen voran, statt in Starre zu fallen. Sie spüren: es ist Zeit, ihren Betrieb auf andere Beine zu stellen. Der traditionelle Gastwirtschaftsbetrieb allein ist ihnen auf Dauer als einziges Standbein zu unsicher.


Einige Ideen haben sie schon: z.B. befand sich bei Fröhlichs Wirtshaus in den letzten Jahren Leih- und Aufladestation für eine größere E-Bike-Rental-Agentur. Ein kleines Zusatzgeschäft, auch ein Hobby – das sich eventuell ausbauen lässt? Aber allein das würde nicht reichen, um ein solides zweites Standbein neben der Gastwirtschaft aufzubauen.


An Ideen mangelt es nicht. Doch ein ganz neues Projekt anfangen? Die Fröhlichs sind Wirtsleute, Profis im Betrieb, in der Küche und beim Gast. Doch wie sollen sie beurteilen, ob ihre anderen Ideen gut oder schlecht sind, ob sie Potential haben, ob sie realistisch sind? Und wie das Ganze in die Tat umsetzen? Bei der Planung und Umsetzung, da bräuchten sie Hilfe.


Alex Bogner und Beni Fröhlich kennen sich schon lange. Alex macht seit langem die betriebliche und private Finanzplanung für die Fröhlichs. Als sie wieder einmal telefonieren, ist, wie bei vielen Gesprächen zu dieser Zeit, der Lockdown ein Thema. Beni spricht über seine Ideen, dass sich etwas ändern muss, dass er nicht hoffen mag auf ein ungewisses „danach wird alles wieder so sein wie vorher“. Das Gespräch spinnt sich fort, und auch Alex, der viel Erfahrung hat im Bereich Gastronomie, hat einige Ideen. So setzt man sich das erste Mal zusammen.


Die Arbeit mit Unternehmern, die neue Geschäftsideen entwickeln wollen, sind für uns als Bogner & Weber GmbH ganz besondere Projekte, die uns viel Freude bereiten. Die Planung und Umsetzung von A-Z, das Schaffen von Erfolgen aus einer kleinen Idee heraus und das Überwinden von Hindernissen, ist das, was uns motiviert und wobei wir unsere Kunden tatkräftig unterstützen können. Das haben wir schon bei zahlreichen Projekten beweisen können.


Gemeinsam mit den Fröhlichs machen wir uns also an dieses Projekt, mit dem Ziel, ein zweites und drittes Standbein neben der Gastwirtschaft aufzubauen, die sich gut in den Betrieb einfügen und diesen in „normalen Zeiten“ unterstützen.


Heraus kamen zwei konkrete Ideen:

- Den E-Bike Verleih selbst in die Hand zu nehmen, statt nur als „Station“ für einen Fremdanbieter

- Wirtshaus-Soßen „für dahoam“: Der Verkauf von hochwertigen, fertig zubereitete Soßen im Glas für daheim - zum Mitnahmeverkauf im Wirtshaus und zum Vertrieb über den lokalen Lebensmitteleinzelhandel.


Beide Ideen funktionieren allein als „Profit Center“, aber unterstützen gleichzeitig auch den Wirtshausbetrieb, da sie neue Gäste anlocken und bestehende Kunden binden.


Die Umsetzung erfolgte in vier Phasen:


(1) Konzeption und Planung

- Gemeinsam haben wir die finanziellen Ziele festgelegt, ein Budget abgestimmt und die Rentabilität der Projekte analysiert.

- Recherche und Festlegung des Marktes und der Zielgruppen: gibt es für diese Ideen einen Markt, wie groß ist dieser? Welche Kunden sprechen wir an, welche Bedürfnisse, Probleme und Wünsche haben sie?

- Herausarbeitung von Alleinstellungsmerkmalen: die Soßen sollten sich deutlich unterscheiden von den Fertigsoßen, die man im Supermarkt bekommt: der Markt braucht keine weiteren Tomaten- oder Bolognese-Soßen. Und Fertigpackerl mit Geschmacksverstärkern und Zusätzen gibt es auch genügend. Gute, hausgemachte Braten- und Rahmsoßen, mit regionalen Zutaten und ohne Zusatzstoffe, das gab es so bisher noch nicht!

- Chancen-Risiko-Bewertung: Lohnt sich der Aufwand? Versprechen die Ideen, erfolgreich zu sein? Und wie hoch ist das finanzielle Risiko, falls es nicht funktioniert?


(2) Testphase / Produktdesign: Hier ging es darum, typische Kunden die Soßen testen zu lassen, z.B. den Geschmack, Qualität, Verpackungsgröße, die Auswahl und die Idee an sich. Damit konnten wir wichtige Informationen einsammeln, die für den Erfolg des fertigen Produkts unschätzbar wertvoll sind und sich direkt am Kunden orientieren.


(3) Umsetzung

- Finalisierung der Produkte: welche Soßen werden in welcher Größeneinheit verkauft?

- Verpackung und Gestaltung: Von der Auswahl der Mehrweggläser bis zum Design und Inhalt der Etiketten haben wir die Fröhlichs tatkräftig unterstützt.

- Preisgestaltung: wir finden einen Preis, der von Käufern akzeptiert wird und eine ausreichende Marge bietet.


(4) Planung und Umsetzung der Marketingkommunikation: alle Materialien wie z.B. Foto und Film, Website, Printmaterialien (Postkarten), Social Media, und Presse haben wir selbst oder mit Partnern geplant und umgesetzt. Vertriebsaufbau: Um möglichst viele Kunden zu erreichen, wollten wir die Produkte nicht nur im Gasthaus anbieten, sondern auch im lokalen Lebensmitteleinzelhandel. Also haben wir gemeinsam mögliche Händler identifiziert, angesprochen und mit Verkaufsmaterialien versorgt.





Zusammen mit den Fröhlichs und unserem Netzwerk (z.B. Julian Bogner, der uns bei der Erstellung eines professionellen Produktvideos unterstützt hat) haben wir das Projekt zügig umgesetzt. Pünktlich zum Start in die Sommersaison 2021, in der Hochbetrieb im Wirtshaus herrscht, waren beide Konzepte (E-Bike-Vermietung und Soßen im Glas) erfolgreich eingeführt und beworben.


Beni Fröhlich: „Es hat richtig Spaß gemacht, mit Alex und Christine neue Ideen zu entwickeln. Ohne ihren Einsatz, ihre Erfahrung und ihr Netzwerk hätten wir das Ganze nie so professionell und zielgerichtet umsetzen können. Die beiden arbeiten sehr effektiv und strukturiert. Dabei geht es immer persönlich zu, man merkt, dass sie Spaß haben, an dem, was sie tun, und das überträgt sich auf das ganze Projekt.“

Das Feedback von Kunden und Partnern im Handel ist durchweg positiv:


Claudia, Bad Tölz: „Leichter geht’s daheim nicht: innerhalb von ein paar Minuten hat man eine richtig gute Soße, z.B. für Geschnetzeltes oder Nudeln, so wie man sie sonst nur in der Wirtschaft bekommt. Man weiß einfach auch, was drin ist und unterstützt einen lokalen Betrieb.“

Off Mühle, Sindelsdorf: „Zuerst waren wir ein bisschen skeptisch, weil es ein neues Produkt ist. Aber regionale Qualität kommt bei unseren Kunden gut an, die Nachfrage ist auf jeden Fall da. Wir bestellen regelmäßig nach und haben Fröhlichs Wirtshaus-Soßen in unser Kernsortiment aufgenommen.“

Wenn der Wirtshausbetrieb nun nach dem Sommer wieder etwas ruhiger wird und die Nachfrage nach Rahm- und Bratensoßen saisonal wieder steigt, planen wir eine zweite Werbekampagne, um den Verbrauchern das Produkt noch mal ins Gedächtnis zu rufen und den Umsatz anzuschieben. Dabei binden wir auch die lokalen Händler mit ein, die ein wichtiges Standbein im Vertrieb sind.


Für uns war das Schöne an dem Projekt auch die enge und freundliche Zusammenarbeit mit den Fröhlichs. Beni und Uschi sind über sich hinausgewachsen und hatten viel Spaß bei der Planung und Umsetzung. Und nicht nur die Einführung der neuen Produkte war spannend und lohnend: Die Positionierung und Kommunikation von Fröhlichs Wirtshaus als Bayerisches Wirtshaus mit regionaler Küche und einem Herz für Kinder …ganz nah am Walchensee… kommt auch dem Wirtshausbetrieb zugute.


Das Konzept der Soßen im Glas ist nicht nur zukunftsfähig, sondern auch ausbaufähig: die Produktauswahl kann erweitert oder saisonal angepasst werden, z.B. mit einer Wildsoße im Herbst oder einer Rotweinsoße zur Weihnachtszeit.


Dass sie dieses Projekt mit uns angepackt haben und erfolgreich umsetzen konnten, bedeutet für die Fröhlichs auch:

Die Auswirkungen von möglichen Schließungen werden in Zukunft nicht mehr so massiv sein. Der Verkauf der Soßen bedeutet mehr Planbarkeit von Einkauf und Absatz und mehr Unabhängigkeit vom traditionellen Wirtshausbetrieb.


Vor allem blicken die Fröhlichs nun optimistischer und befreiter in die Zukunft:

Das Wirtshaus hatte eine richtig gute Sommersaison: die Rücklagen, die während des Lockdowns angebrochen wurden, konnten größtenteils wieder aufgefüllt werden.

Der E-Bike Verleih war diese Saison ein voller Erfolg, die Investition in die Anschaffung der Bikes sowie der laufende Aufwand für die Vermietung haben sich schon gerechnet. Auch der Vertrieb der fertig zubereiteten Soßen hat einen guten Start hingelegt und wird sich jetzt im Herbst noch besser entwickeln, wenn die Saison die Nachfrage mit ankurbelt.


Beni Fröhlich: „Jedem, der neue Ideen oder Konzepte umsetzen will, kann ich nur empfehlen, sich Unterstützung von Alex und Christine zu holen. Unser Betrieb hat enorm von der Zusammenarbeit profitiert!“